„Wo ist Gott?“, fragt die fünfjährige Tanja. Da ist sie- die Frage aller Fragen, die schon Philosophen in den Wahnsinn getrieben hat. Was soll ich antworten? Erwartungsvoll sieht mich das liebe Kindergesicht an:
„Mama sag doch! Wo ist Gott?“
„Er ist… er ist in dir, in mir, in jedem Strauch, in jeder Blume, in jedem Berg, in jedem Fluss, in jeden…“
Tanja unterbricht:“ Kann er mich jetzt sehen? Jetzt?
Lieber Gott was soll ich denn jetzt antworten?
„Tanja, jetzt hör mir mal genau zu. Das ist nicht so leicht zu beantworten…“
„Ich will wissen ob er mich jetzt sieht“.
„Ja…ja, ich glaube schon, wenn… wenn er nicht gerade was anderes zu tun hat“.
„Aber im Himmel ist doch kein Loch“.
Ich – ungeduldig: „ Gott ist anders als du denkst.“
„Wie anders?“
„Wenn du größer bist, wirst du das verstehen.“
„Ich will das aber jetzt wissen!!“
Ich nehme Tanja in den Arm, drücke sie fest an mich.
„Spürst du, wie ich dich lieb habe?“
„Ja“
„Das ist Gott!
„Aber du drückst mich doch.“
„Er hat mir gesagt, dass ich dich drücken soll.“
„Kannst du ihn hören?“
„Nicht immer, Max, aber manchmal“
„Ich will ihn auch hören!“
„Dann musst du beten.“
„Aber dann spreche ich doch - und nicht Gott.“
„Wenn du größer bist…“ Ich sehe die Enttäuschung in ihren Augen und versuche abzulenken: „Magst du Eis?“
„JA, aber ein Großes!“
15/01/2009 at 16:38
mitch, das ist gut. sehr sogar.